Es bebt immer noch!!!
Heute Morgen nach dem Frühstück waren wir ein paar aus dem Wohnheim auf dem Rückweg, als Aguo einen älteren Studenten entdeckte, der seinen alten Computer verkaufte – eine Celeron-CPU, 80-GB-Festplatte, für 1000 Yuan. Wir dachten, wir schauen uns mal an, wie schlimm das Ding wirklich ist. Nachdem wir uns einmal verlaufen hatten, fanden wir den Typen schließlich. In dem Moment, als der Technik-Guru unseres Wohnheims den Computer anfasste, hätte er ihn fast geschrottet. Während er daran herumschraubte, sprang der ältere Student plötzlich auf und rief, dass es ein Erdbeben gäbe. Ein anderer Typ steckte den Kopf aus dem Bad – wahrscheinlich mitten auf dem Klo – und fragte, ob das wirklich ein Erdbeben sei. Niemand wusste, was los war. Unser Technik-Guru bastelte einfach weiter am Computer rum. Zhang Shaoxia, der aus Mianyang kam, sah richtig verängstigt aus – er war ursprünglich zu unserer Schule gekommen, um dem Erdbeben zu entkommen. Ich spürte nichts. Vielleicht war ich abgestumpft. Ich ging zum Fenster und schaute runter; die Leute unten gerieten in Panik. Wir schauten einfach weiter auf den Computer und ignorierten das Erdbeben. Am Ende erklärte unser Technik-Guru das Ding für absoluten Schrott, also gingen wir runter. Verdammt. Irgendwie fühlte sich alles falsch an. Auf dem Rückweg zum Wohnheim musste ich es einfach sagen – ich war richtig sauer. Warum zum Teufel mussten wir ausgerechnet im zehnten Stock wohnen und diese seelenzerstörenden Treppen hochklettern? Unsere Schule war geizig genug, keine Aufzüge einzubauen, und hatte den Haupteingang in den vierten Stock verlegt. Gerade als wir endlich oben angekommen waren, kam Li die Treppe runter. Er war während der Aufnahmeprüfung fürs College in Xinjiang gewesen und hatte das Erdbeben am 12. Mai verpasst. Er sagte, alle in unserem Gebäude hätten schon evakuiert – was wir da oben überhaupt noch machten? Also auf sein Drängen hin schnappte ich mir meine Sachen und ging mit ihnen wieder runter. In dem Moment überlegte ich ernsthaft, einfach nach Chengdu zu fahren. Es fühlte sich an wie Weglaufen. Deprimierend. Sie gingen mit Li los, um Lautsprecher zu kaufen – gestern hatte er einen Computer gekauft, aber keine Lautsprecher, nur so ein billiges Hängekopfhörer-Ding.