Die Dornenvögel
Dieser Roman wird in der westlichen Literaturwelt als „der erfolgreichste Familienepos und die größte Liebesgeschichte der Autorin seit Die Dornenvögel“ gefeiert. In diesem Buch geißelt Colleen McCullough schonungslos die Übel der menschlichen Natur, die vor hundert Jahren aus Unwissenheit, Rückständigkeit und religiösem Dogma gewoben wurden, und feiert gleichzeitig leidenschaftlich das Leuchten, das aus zertretener Zivilisation und verwüsteter Menschheit hervorbricht. Wie eine Rezension treffend bemerkt: „Dies ist eine farbenprächtige Geschichte über farbenprächtige Charaktere in einer farbenprächtigen Zeit und an einem farbenprächtigen Ort.“ Das fasst die künstlerische Leistung von Die Dornenvögel ziemlich gut zusammen.
Alexander der Große muss ein glanzvolles Leben geführt haben, und der männliche Protagonist, Alexander Ronan, ist ebenfalls jemand, der sich nicht mit Mittelmäßigkeit zufriedengibt. Die Hände, die die Stadt Ronan erbauten, waren unglaublich widerstandsfähig. In jener Ära war die industrielle Revolution in vollem Gange – jeder, dessen Geist das Dampfzeitalter erfassen konnte, stieg rasant auf. Was ist Weisheit eigentlich? Ich wünschte, ich wüsste es. Und dann ist da Nell, ein wundersames Mädchen, das eine andere Tendenz der Welt nach der Jahrhundertwende verkörpert.
Aber eine Familie mit so außergewöhnlichen Erfahrungen – sie sind wahrhaft brillante Schauspieler. Elizabeth blieb still im Hintergrund und war doch überall. Ruby sickerte in jedes Herz – manchmal tragisch, manchmal freudvoll, manchmal unbeschwert. Ach, nur aus tiefen Schluchten können solche bemerkenswerten Menschen hervorgehen. Nell ist diese strahlende, unverkennbare Venus. Anna huscht viel zu schnell vorbei.
Manchmal habe ich ein bisschen Angst – Li fühlt sich an wie Ralphs Schatten.
Aber die Autorin ist so meisterhaft, dass man, sobald man in das Buch eintaucht, nur noch das Wunder der Geschichte in sich aufnehmen will. Diese gelegentlichen Passagen in der ersten Person lassen einen fühlen, als wäre man selbst einer der Schauspieler in der Erzählung. Befreiend, nicht wahr?