Die Geschichte um zwei Uhr morgens

Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wann das passiert ist.

In jener Nacht las ich auf meinem Handy „Die Geschichte der Drei Reiche“. Schon in der Oberstufe hatte ich beschlossen, diesen Roman lesen zu müssen, aber ich bin nie dazu gekommen, und natürlich hatte ich auch die Fernsehserie nicht gesehen. Ich war ziemlich vertieft und hatte die Zeit völlig vergessen, als es plötzlich heftig von nebenan klopfte. Genervt hörte ich, wie Ce-ge laut die Leute in seinem Zimmer aufforderte, aufzustehen und rauszukommen. Seltsam, warum weckt man mitten in der Nacht Leute auf? Dann klopfte er auf die gleiche Weise an den anderen angrenzenden Zimmern – „bumm“, „bumm“, „bumm“ …

Ich dachte mir schon, dass er als Nächstes zu uns kommen würde. Ich schaute auf die Uhr und dachte: Verdammt, halb zwei!

Und tatsächlich, schon hämmerte es „bumm“, „bumm“, „bumm“ dringend an unserer Tür.

„Was ist los?“, fragte ich.

„XX, XX, XX, ihr drei, steht schnell auf, kommt raus und beantwortet ein paar Fragen, schnell!“, antwortete Ce-ge.

Ich hörte schon, wie die Leute aus den anderen Zimmern zu unserer Tür kamen, schimpften und fluchten mitten in der Nacht. Ich sagte, ich würde sie sofort wecken. Während ich mich anzog, versuchte ich zu erraten, was passiert war.

Wir polterten als Gruppe die Treppe hinunter zum Zimmer des Hausmeisters. Unser Tutor saß dort zusammen mit ein paar anderen Leitungspersonen. Die Hausmeisterin war natürlich aus ihren süßen Träumen gerissen worden und sah völlig genervt aus. Es stellte sich heraus, dass einer unserer Kommilitonen an diesem Abend etwas Unangemessenes auf QQ gepostet hatte, und das war leider den Vorgesetzten aufgefallen. Sie riefen unseren Schulleiter an, um die Sache zu regeln. Da wir ihn alle als Freund hinzugefügt hatten, wurden wir mit hineingezogen. Der Schulleiter war anscheinend auch unter den Leuten – ich hatte ihn noch nie getroffen und wusste nicht, wer er war.

Später wurden wir verhört. Sie fragten, ob ich an dem Abend bei QQ eingeloggt gewesen sei. Ich sagte ja. Sie fragten, ob ich seinen QQ-Status gesehen hätte. Ich sagte nein – ich hatte keine Lust, die QQ-Status meiner Kommilitonen zu checken. Wir sehen uns jeden Tag, da muss ich mir nicht ihre Status ansehen. Dann schwafelten sie noch eine ganze Weile über irgendwelches Zeug. Am Ende ließen sie mich eine Garantieerklärung schreiben, unterschreiben und wieder schlafen gehen.

Als ich zurückkam und auf mein Handy schaute, war es zwei Uhr. Ich hatte keine Lust mehr, den Roman zu lesen, und schlief benommen ein.

Das ist eine legendäre Geschichte. Die tiefere Bedeutung ist jedem klar, also kein weiterer Kommentar nötig.