Der ideale Nachmittag: Vom Reisen, auch vom Umherschweifen
Shu Guozhis Der ideale Nachmittag handelt von seinen Reiseeindrücken an verschiedenen Orten und den Gefühlen und Erkenntnissen, die er im Leben gewinnt. Obwohl es wie ein dickes Buch aussieht, steckt gar nicht so viel Text darin – man kann es locker an zwei oder drei Nachmittagen durchlesen, so unterhaltsam wie ein Reiseführer.
Aber dieses Buch ist kein Reiseführer. Es ist eine Essaysammlung, eher wie ein Roman. Shu Guozhi ist wie Dean aus Unterwegs – er geht, wann er will, bleibt, wann er will, entspannt und unbeschwert, ohne jede Last. Sein Alltag ist ebenfalls extrem einfach – kein Streben nach Marken, kein Streben nach Auszeichnungen, nicht einmal ein Handy, nicht übermäßig von der Außenwelt gebunden. Diese Lebensweise ist unter modernen Menschen sehr selten. Es ist etwas, das ich ersehne, und doch etwas, das ich fürchte.
Über so eine Reise-Essaysammlung selbst gibt es nicht viel zu sagen. Ich bewundere, wie Liang Wendao, der König der Klappentexte, für dieses Buch ein so langatmiges Vorwort schreiben konnte. Solange es das Herz erfreut, braucht es keine abgedroschenen Phrasen.