Cross-Border-Aktienhandel wird abgestraft – ich muss durchhalten

2020 habe ich ein Konto bei Tiger Brokers eröffnet; gleichzeitig eröffnete ich auch ein US-Konto bei der East West Bank, aber die Unterhaltskosten für dieses Bankkonto waren zu hoch, also habe ich es irgendwann geschlossen.
Im Februar 2025 habe ich dann nacheinander Konten bei Futu Securities, Longbridge Securities und Interactive Brokers (IBKR) eröffnet und mir auch eine Reihe Hongkonger Bankkarten besorgt.
Ehrlich gesagt, diese Konten zu eröffnen, lag nicht an einem großen Bedarf für grenzüberschreitende Überweisungen. Ich hatte mal mit dem Gedanken gespielt, digitaler Nomade zu werden, aber nie umgesetzt. Mein Leben, meine Familie, mein Einkommen und meine Ausgaben sind alle auf dem chinesischen Festland – ich kann da jetzt nicht einfach weg.
Ich habe eine Marotte: Ich sammle wahnsinnig gerne Karten – allerlei ausgefallene Konten. Solange die Hürde nicht zu hoch ist und ich so ein Konto in fünfzehn, zwanzig Minuten einrichten kann, mache ich das gerne. Um die vielen Konten und kryptischen Passwörter zu verwalten, habe ich mir sogar 1Password gekauft. Ich sammle auch gerne verschiedene E-Mail-Endungen und horte kurze Domainnamen – inklusive der Blog-Domain, die du gerade siehst, die mich mehrere tausend Yuan gekostet hat und mein zweitgrößter schreibbezogener Ausgabenposten ist.
Trotzdem: Früh dran sein zahlt sich wirklich aus. Wenn etwas Neues auftaucht, sind die Türen weit offen; sobald die Massen kommen, wird der Weg nach und nach versperrt. Wie der Macau-Studententarif von China Telecom – den habe ich mir damals aus einer Laune heraus geholt und bin nach vier, fünf Jahren Nutzung immer noch nicht bereit zu wechseln. Oder die DMIT-Server, die eingestellt wurden, während ich sie noch nutzte. Oder der Mac mini, den ich vor Kurzem gekauft habe und der sich inzwischen fast zu einer Wertanlage entwickelt hat.
Gestern Nachmittag nach Börsenschluss sah ich die Nachricht, dass die chinesische Regierung hart gegen grenzüberschreitenden Aktienhandel und Vermögensverwaltung vorgeht, und mir sank der Magen. Denn ich bin bei Xiaomi über Futu Securities stark gehebelt, mit aktuell fast 50% unrealisierten Verlusten. Wenn ich künftig nur noch verkaufen, aber nicht mehr kaufen oder einzahlen kann, kann ich kein Daytrading mehr machen und auch das Nachschussrisiko bei weiter fallenden Kursen nicht mehr stemmen.
Nachdem ich mich beruhigt und die Sache analysiert habe, ist mir klar geworden, dass die tatsächlichen Auswirkungen gar nicht so schlimm sind. Mein größtes Risiko ist eigentlich das Hebelrisiko; ohne Hebel könnte ich meine Positionen einfach woanders hin verschieben.
Erstens: Aktienkäufe über lokale Hongkonger Banken sind völlig unbeeinträchtigt. Diese Politik hat keinerlei Einschränkungen für Aktienkäufe über Bankkanäle gebracht. Zum Beispiel HSBCs Trade25: für eine monatliche Gebühr von 25 HKD bekommst du 250.000 HKD an kostenlosem Handelsvolumen. Andere Banken wie CMB Wing Lung Bank, Chong Hing Bank und ZA Bank bieten ebenfalls Hongkonger und US-Aktienhandel an – deren Gebühren sind zwar etwas höher, aber trotzdem nutzbar.
Zweitens: US-Broker wurden weitgehend verschont. Das Interactive-Brokers-Konto, das ich eröffnet habe, ist ein US-Konto, kein Hongkonger, also völlig unbeeinträchtigt. In solchen Zeiten fühlt sich dieses Konto plötzlich besonders wertvoll an.
Was die Sicherheit der Gelder angeht, braucht man sich noch weniger Sorgen zu machen. Hongkongs Finanzregulierungssystem ist relativ robust – das Risiko, dass eine Plattform mit dem Geld durchbrennt, ist praktisch null.
Alles in allem: Es gibt Auswirkungen, aber sie sind nicht besonders massiv – kein Grund, sich übermäßig zu ängstigen. Mit meinen aktuellen gehebelten unrealisierten Verlusten muss ich einfach durchhalten; ich habe einen Zeitraum von zwei Jahren, also werde ich abwarten, wie sich die Dinge entwickeln.