Filme und Serien, die sich lohnen

Als die ersten Tonfilme aufkamen, war Charlie Chaplin dem Format gegenüber ziemlich skeptisch. Er fand, dass Dialoge die Reinheit der filmischen Unterhaltung verwässerten, und bestand darauf, seine Filme allein durch Slapstick komisch zu machen. Doch mit der Weiterentwicklung der Filmindustrie machte selbst Chaplin schließlich ein paar Tonfilme – denn sich nur auf sich wiederholende körperliche Gags zu verlassen, konnte das Publikum nicht mehr zufriedenstellen. Die Leute sehnten sich nach mehr Tiefe: nach Filmen, die Unterhaltung und Storytelling in Einklang bringen und einem das Gefühl geben, mehr als nur gelacht zu haben.

Hier ist eine Liste meiner absoluten Lieblingsfilme und -serien.

Filme

  1. Zeugin der Anklage

Den Großteil des Films wird das Publikum auf eine falsche Fährte geführt. Und dann, in den letzten zehn Minuten, gibt es eine doppelte Wendung. Agatha Christies Originalgeschichte katapultiert diesen Film in absurde Höhen! Charles Laughton stiehlt jede Szene – absolut phänomenales Schauspiel!

  1. Bube, Dame, König, grAS

In einer Endlosschleife voller Lacher entkommen die Protagonisten immer wieder unmöglichen Situationen. Regisseur Guy Ritchie hat hier einen unkonventionellen Erzählstil etabliert, den spätere Filme wie Crazy Stone, Chongqing Hot Pot und Detective Chinatown alle übernommen haben.

  1. Titanic

Ein Film, den man langsam genießen sollte. Die Szene, in der der fesche Jack auf der großen Treppe auf Rose wartet, fühlt sich an wie ein zarter, aquarellierter Traum. Das Leben ist zerbrechlich, aber die Liebe kann großartig sein. Angesichts des Todes klammern sich manche ans Überleben, während andere ihm mit Fassung entgegentreten – die Herren, die beim Untergang des Schiffs Musik spielen, ihre Melodien noch immer anmutig und ungehetzt, rufen sowohl die Tragödie als auch die Widerstandskraft des menschlichen Geistes hervor.

  1. Midnight in Paris

Eine entzückende kleine Geschichte über Paris. Nicht nur Woody Allen – viele romantische Seelen haben sich nach diesem goldenen Zeitalter von Paris gesehnt, als es ein Paradies für brillante Köpfe war, als die Literatur blühte und die Kunst wild war. Aber Allen vermittelt seinem Publikum letztlich eine ernüchternde Botschaft: Die Gegenwart ist die beste aller Zeiten!

  1. Das Leben ist schön

Der italienische Regisseur Roberto Benigni hat nicht nur ein unverwechselbares Aussehen (unkonventionell gutaussehend), sondern dieser selbst inszenierte und gespielte Film ist auch durch und durch unterhaltsam. Eine traurige Geschichte, die mit so viel Optimismus erzählt wird, dass das Ergebnis zwangsläufig schön ist – das ist die Weltanschauung, die Benigni weitergeben will. Er spielte auch in Der kleine Dieb mit, ebenso geprägt von seinen persönlichen Eigenheiten. Wie Woody Allen, der in seinen eigenen Filmen auftritt, hat Benigni seine eigene, herrlich schrullige Handschrift.

  1. Léon – Der Profi

Menschen, die Pflanzen und Blumen pflegen, sind meistens nicht so übel. Dieser kaltblütige Auftragskiller mag hölzern und unbeholfen wirken, aber er hat ein wirklich gutes Herz.

  1. Crazy Stone

Mainstream-Kino braucht Unterhaltungswert. Auch wenn dieser Film Guy Ritchies Formel entlehnt, steckt er voller Humor und Spaß – absolut sehenswert.

  1. Das Streben nach Glück

Ein unaufdringlicher Film über das Glück, mit Will Smith an der Seite seines echten Sohnes.

  1. In the Heat of the Sun

Verschwommene Erinnerungen an Licht und Schatten – lebhafte Sommer, eine Kulisse historischer Umwälzungen, das Nachahmen von Erwachsenensprache, sich immer weiter dehnende Kondome, Staub im Sonnenlicht, der Körper eines Mädchens, das man anhimmelt. In diesen hormongeladenen Jahren hatten wir alle solche Träume.

  1. Nader und Simin – Eine Trennung

Die größte Bedeutung dieses Films liegt in der frischen Perspektive, die er für das Filmemachen unter verschiedenen Zwängen bietet. Und es ist nicht nur dieser – der Iran hat viele hervorragende Regisseure und zum Nachdenken anregende Filme hervorgebracht, wie zum Beispiel Das Kinderparadies.

  1. Pulp Fiction

Quentin Tarantinos Filme haben eine besondere Eigenschaft: Wenn sie einen einmal umgehauen haben, braucht man sie selten ein zweites Mal – weil der erste Eindruck unauslöschlich ist. Der einzige, den ich mehrfach gesehen habe, ist Pulp Fiction. Meine Lieblingsszene ist der Twist-Wettbewerb – die sinnliche Anmut der Frau, die stille Erregung des Mannes, die ausgelassenen Schritte, der pulsierende Rhythmus. Das waren die besten Zeiten!

  1. The Attorney

Schade, dass Douban keine Zehn-Sterne-Bewertung erlaubt. Film sollte nicht nur Unterhaltung sein – die Aufklärung der Öffentlichkeit ist genauso wichtig. Hut ab vor dem koreanischen Filmsystem; ich habe eine Handvoll ihrer Filme gesehen, und alle waren ausgezeichnet. Tatsächlich gibt es auch in China eine Reihe von Gewissensgefangenen hinter Gittern. Sie scheinen uns vielleicht nicht direkt zu betreffen, aber sie stehen für die Hoffnung auf den Fortschritt der Rechtsstaatlichkeit.

Serien

  1. Breaking Bad (Staffeln 1–5)

Ein Emmy-Dauerbrenner mit gottgleichem Drehbuch! AMC hat später Better Call Saul daraus abgeleitet – ganz gut, aber nicht ganz auf dem gleichen Niveau.

  1. The Brink

Eine amerikanische Polit-Komödie. Der Außenminister wird von Tim Robbins gespielt – Andy aus Die Verurteilten. Die ganze Serie steckt voller Satire und Parodie. Leider wurde Staffel zwei abgesetzt.

  1. Black Sails

Black Sails glänzt wirklich erst in den letzten ein oder zwei Folgen. Die Handlung davor zieht sich etwas. Das Vorspann-Design ist allerdings wunderschön.

  1. Fargo

  1. Hanzawa Naoki

Mit Masato Sakai, Aya Ueto und Teruyuki Kagawa. Die schauspielerischen Leistungen der männlichen Darsteller sind herrlich übertrieben – noch eine Spur intensiver, und sie hätten die vierte Wand durchbrochen. Das Tempo ist straff, und wenn man einmal drin ist, kann man die Serie an einem Tag durchsuchten.